Matthäusgemeinde Mannheim

EVANGELISCHE MATTHÄUSGEMEINDE Mannheim Neckarau

Partnergemeinde Fleetwood zu Gast

Jugendaustausch USA

Nachdem im vergangenen Jahr eine Gruppe aus Neckarau in den Vereinigten Staaten gewesen war, sind nun, in diesen Sommerferien, Jugendliche aus Fleetwood zu ihrem Gegenbesuch nach Deutschland gekommen.Die Wiedersehensfreude war groß. Die Jugendlichen fanden sehr schnell einen Draht zueinander. Man hatte den Eindruck, sie hätten sich erst vor zwei Wochen voneinander verabschiedet, dabei lag die letzte Begegnung ziemlich genau ein Jahr zurück.

Viele Programmpunkte prägten die Jugendbegegnung. Unter anderem gab es eine Führung im Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium sowie einen Rundgang durch das Margarete-Blarer-Haus, wo die Matthäus-„Kids“ ihren amerikanischen Altersgenossen zeigen konnten, wie Inklusion in der Matthäusgemeinde funktioniert: Bei dem gemeinsamen Ausflug zum Herzogenriedpark, der sich an die Blarerhaus-Führung anschloss, konnten die amerikanischen Jugendlichen sich ausprobieren und ein Gespür dafür bekommen, wie es ist, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln und zusammen mit behinderten Kindern, die z.T. im Rollstuhl sitzen, eine Unternehmung durchführt.

Ein Highlight war bestimmt die viertägige Reise nach Leipzig, bei der die Jugendlichen etwas über die Geschichte der DDR, der Stasi und der Wende in den Jahren 1989/90 erfuhren. Auch ein Besuch der Thomaskirche, langjährige Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach, durfte natürlich nicht fehlen. Auf der Rückfahrt wurde das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte thematisiert: Die Gruppe machte einen durch pädagogische Experten geleiteten Besuch in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar – ein Programmpunkt, der gewiss zur Bewusstseinsbildung beigetragen hat: Auch heute kommt der jungen Generation eine Verantwortung im Hinblick auf Menschenwürde und
-rechte zu. Das „Nie wieder“ darf nicht durch leichtfertig gezogene Schlussstriche aus dem Denken der Menschen gelöscht werden.

Auch mit Blick auf die Geschichte der evangelischen Kirche war etwas geboten: In Eisenach wurde die Wartburg besichtigt. Dort hatte Martin Luther sich ab 1521 versteckt gehalten und unter anderem im Jahr 1522 das Neue Testament auf Deutsch übersetzt – ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Reformation.

Weitere Aktionen mit religiösem Bezug waren zum einen der Abendgottesdienst, den die Jugendgruppe zusammen mit John Folk, dem Pfarrer der St. Paul’s-Gemeinde, sowie Pfarrerin Bauer und Pfarrer Tobias Hanel gestalteten. Außerdem gab es eine Führung in der Mannheimer Yavuz Sultan Selim-Moschee, bei der deutlich wurde: Die Formel „Moslem = Islamist“ funktioniert nicht.

Aber es gab auch Phasen, in denen die Jugendlichen ungezwungen – und ohne pädagogisches Programm – Zeit miteinander verbringen konnten. Diese Phasen sind wichtig, weil sie entscheidend zur Vertiefung von Freundschaften sowie zur Entstehung eines Zusammengehörigkeitsgefühls in der Gruppe beitragen.

Am Ende der Jugendbegegnung dankte Pfarrer John Folk vor allem den Familien der Matthäusgemeinde, die einen amerikanischen Jugendlichen für zwei Wochen bei sich aufgenommen und durch ihre Gastfreundschaft den Jugendaustausch möglich gemacht hätten.

Gefördert wird die Maßnahme durch die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Deutschland, die Gelder aus dem Kinder- und Jugendplan des Bundes vergibt. Ziel der Förderung ist es, dass junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern einander begegnen und so ein Beitrag zur Völkerverständigung und zum friedlichen Miteinander der Nationen geleistet wird.

Tobias Hanel